Kunst im Adler


Neue Ausstellung: Malerei von Heike Heger

Ihr könnt die Ausstellung während unserer Öffnungszeiten im Adler kostenlos besuchen und was Trinken oder Essen. Oder beides. Die Öffnungszeiten sind: Mo, Mi, Do, Fr, Sa 17:00 – 23:00, Sonntag 12:00 – 22:00 und Dienstag ist geschlossen. Wir freuen uns auf Euch!

Die Ausstellung von Heike Heger wird am Samstag, 9. Juli, um 16 Uhr, im Schwarzen Adler eröffnet. Zu sehen sind ihre Bilder dann bis zum 12. September. Die Bilder kann man auch kaufen. Kontakt zur Künstlerin: Telefon 0173 8716057 oder hegerhk@web.de oder www.maldeins.de

Text und Video: UWE PLIEN

Eine uralte Landkarte? Die helle Braunfärbung als Grundton lässt darauf schließen. „Sakraler Grundriss“ heißt das faszinierende Werk von Heike Heger. Also wahrscheinlich doch eher ein historischer Lageplan einer Kirche, oder? Mitnichten: Das Bild, das die Moerser Malerin im Schwarzen Adler ausstellt, wirkt nur wie ein Relikt vergangener Tage. Seine Anziehungskraft bezieht es aus der Tatsache, dass seine Schöpferin gerne Tee trinkt. Rooibos-Tee, um genau zu sein. Die Beutel schneidet sie auf und verarbeitet sie collagenhaft. Die Teemasse gibt dem Ganzen diesen nostalgischen Sepia-Effekt. Die feine Zeichnung oben drauf gibt dem Gemälde eine edle Anmutung. Und am Ende steht man davor und denkt: toll!

35 ihrer Werke zeigt Heike Heger im Adler. Es ist erstaunlicherweise die erste „richtige“ Ausstellung der 57-jährigen Künstlerin. Ein paar Mal habe sie schon was gezeigt, erzählt sie. In einem Restaurant zum Beispiel. Aber noch nie in einem solchen Rahmen wie jetzt.

Den Charme der bräunlichen Teebeutel-Kunst sollte Heike Heger zu ihrem roten Faden erheben. Denn ein solcher ist ansonsten nur schwer auszumachen bei ihr. Dafür sind ihre Werke zu unterschiedlich, zu vielseitig. Sie mag halt Vieles und möchte Vieles ausprobieren, erzählt die Frau, die erst mit Mitte 40 begonnen hat, intensiv und regelmäßig im eigenen Atelier zu Hause zu malen und die von Beruf Pharmazeutisch-Technische Assistentin ist. Selbstkritisch sagt sie: „Es ist schwer, bei mir eine typische Handschrift zu erkennen, das weiß ich.“

In welchen ihrer Bilder sieht sie denn selbst am meisten Heike Heger? Die Moerserin streckt sofort die Hand aus und zeigt auf zwei Ölgemälde an der Wand ganz hinten im Adler-Schankraum. Blätterrauschen I und Blätterrauschen II hat sie die genannt. Diffuse Stimmung, gedeckte Farben, herbstlich, könnte man sagen. Das „Frühlingserwachen“ hängt gleich daneben, als kleine Serie. Fünf Doppelbilder sind das, jeweils Acryl auf Leinwand und jeweils einmal strukturiert und einmal monochrom. Die Idee, die Bilder immer paarweise zu hängen, hatten Ingrid Lohmann-Küppers und Ulrike Bröcking, die beiden Organisatorinnen der Kunst-Ausstellungen im Schwarzen Adler. „Die beiden hatten super Ideen, wie ich meine Bilder hängen könnte“, lobt Heike Heger die erfahrenen Kolleginnen. Sie wissen: Ein Bild kann gut gemalt sein – wenn es aber auch noch gut hängt, gewinnt es deutlich.

Gleiches gilt für das Viererpaket „Ensemble“. Einen alten Schinken, der eine Geisha zeigte, hat Heger übermalt. Das mache sie gerne mal, gesteht sie. Dazu noch kleine Flächenbilder, die mit Dreidimensionalität spielen, das macht aus diesem Quartett mehr als die Summe seiner Einzelteile. Zuweilen verarbeitet Heike Heger Blattgold. Extrem leicht und deshalb schwer zu händeln, tupft es den Bildern eine anfangs leicht irritierende Note auf. Es wirkt zunächst wie das „too much“ in russisch-orthodoxen Kirchen. Wie ein schweres Parfüm. Erst beim zweiten Hinschauen signalisiert es dem Betrachter Wertigkeit und Glanz.

Und eine gewisse Verspieltheit. Die könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass es doch einen roten Faden im Werk der Heike Heger gibt: ein Hinweis darauf, sich immer wieder neuen Materialien und Techniken hinzugeben und die Freude am Experiment zu leben.

Wo der Malerin die Ideen zu ihren Motiven kommen, hat sie nicht verraten.
Vielleicht bei einem Tässchen Rooibos-Tee, könnte ja sein.

Text und Video: UWE PLIEN

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